Hersbruck, 1.6.2010
Pressemitteilung zum städtebaulichen Entwicklungskonzept für Hersbruck
Eine Arbeitsgruppe der Grünen hat sich mit dem städtebaulichen Entwicklungskonzept für Hersbruck auseinandergesetzt, das im Bauausschuss behandelt werden soll. Dabei sind wir Grünen uns bewusst, dass dieses Konzept eine langfristige Strategie entwickeln soll und nicht bei den derzeitigen knappen Finanzen stehen bleiben darf. Wir wünschen uns auch eine breite Diskussion unter den Bürgern Hersbrucks über die zukünftige Entwicklung der Stadt und treten deswegen mit unseren Ideen an die Öffentlichkeit.
Der Grundgedanke des vorliegenden Konzepts, dass sich Hersbruck in Richtung Gesundheit, mit Rücksicht auf die Naturräume und nachhaltig im Sinne der Citta Slow Bewegung entwickeln soll wird von uns voll unterstützt. Dazu regen wir an, dass sich Hersbruck um Ausbildungsstätten zu Gesundheitsberufen, z.B. eine Schule für Physiotherapeuten, bemüht. Wir stimmen auch dem angesprochenen Ausbau von Fuß- und Radwegen, sowie der Förderung des Wohnens in der Innenstadt zu.
Hier fordern wir aber noch deutlich engagiertere Maßnahmen als das jetzige Konzept. So schlagen wir vor, weniger frequentierte Ladenflächen in barrierefreie Wohnungen umzuwandeln. Generell soll der Umbau und Ausbau von Wohnungen im Stadtkern mindestens genauso gefördert werden, wie ein Neubau durch das Baulandmodell der Stadt Hersbruck. Ansonsten wird befürchtet, dass Innenstadthäuser an Wert verlieren und unrentabel, ungenutzt und ungepflegt werden. Stattdessen befürworten wir ein zentrumsnahes „Wohnen in allen Lebenslagen" mit Mehrgenerationen-Wohnhäusern für Singles, Familien und Senioren in direkter Nachbarschaft.
Im Spannungsfeld von zeitgemäßer Nutzung und Denkmalschutz soll durch ein mit der Denkmalschutzbehörde schon im Vorfeld aufgestelltes Konzept Planungssicherheit für Bauherren erreicht werden. So kann Spielraum für den Einzelhandel und für attraktives Wohnen geschaffen werden, ohne die historische Substanz der Stadt zu zerstören.
Allerdings vermissen wir Grünen im Entwicklungskonzept das Eingehen auf das Thema Energie. Weil es für die Entwicklung der Stadt wesentlich ist, dass die Energieversorgung effizient, auf Dauer bezahlbar und nachhaltig ist, empfehlen wir für dicht bebaute Quartiere Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Nahwärmenetzen. Auch beim Einsatz erneuerbarer und regionaler Energien soll die Stadt Hausbesitzer durch Beratung und Vernetzung unterstützen.
Im Entwicklungskonzept werden die Pegnitzauen als schützenswerter Naturraum und Juwel bezeichnet. Das sollte erweitert werden auf die Waldgebiete, Bachläufe, Streuobstwiesen und Steinbrüche.
Wir sehen in den Brachflächen auf dem Schickedanzareal und an den Bahnhöfen eher Chancen als einen Missstand und sind froh, dass z.B. auf dem Bahngelände Gewerbe sich stadtnah ansiedeln kann. Jedoch sind die „Park and Ride" Stellplätze am rechten Bahnhof unserer Ansicht nach unverzichtbar, damit der Regionalexpress-Haltepunkt mit der schnellen Anbindung nach Nürnberg auf Dauer gesichert werden kann.
Auf dem Gebiet des Tourismus sollten neben Gesundheit und Wellness auch die drei Fernradwege (Paneuropa-Radweg, Fünf-Flüsse-Radweg und Pegnitz-Laaber-Radweg) stärker beachtet werden. Durch die Bahnstationen kann Hersbruck als geeigneter Start- und Zielort beworben werden. Nicht nur aus diesem Grund sollte Hersbruck weiter auf einen barrierefreien Bahnhof rechts hinwirken.
Alle in Hersbruck sollen sich angesprochen fühlen, bei der Entwicklung der Stadt mitzuwirken. Wir wollen uns der Diskussion mit unseren Ideen stellen.
Offener Brief zur Stadtentwicklung
Hersbruck, den 04.12. 2008
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, hallo Wolfgang,
nach dem bekannt werden der Pläne des Unternehmens Kaufhauses Schickedanz,sowie dem offensichtlichen Wegfall der Postfiliale sowie der Tatsache der nicht vermieteten und leer stehenden Geschäfte, ist es Zeit dafür das alle Fraktionen, in Zusammenarbeit mit den Einzelhandel, Wirtschaftsforum und mit den beteiligten Bürgern sich ernsthaft zusammen mit dieser Problematik befassen.
Wir können nicht mehr tatenlos zusehen, wie unsere Innenstadt von Tag zu Tag unattraktiver und zur Geisterstadt entwickelt.
Dies geht natürlich nicht ohne Mitwirkung des Einzelhandels und der Kundschaft Vorort ( also den Bürger ).
Hier schlagen wir vor, zusammen ein Gremium mit den Einzelnen Vertretern der Interessengemeinschaften zu bilden, um zusammen Vorschläge und Lösungen zu erarbeiten damit dieser Prozess umgewandelt wird.
Natürlich werden auch einige sagen das ein junger Stadtrat der neu in das Gremium gewählt wurde dies leicht sagen kann, aber zumindest ist dies ein Anfang.
Ich meine das alle Stadträte, die alle als Vertreter der Bürger in den Stadtrat gewählt wurden, hier an einen Strang ziehen müssen.
Da wir viele andere Probleme in Hersbruck haben, wie unter anderen sinkende Besucherzahlen im Thermalbad Hersbruck, fehlende Unterführung an der Haid, nicht vermittelbare Gewerbegrundstücke und die noch nicht erstellte Dreifachturnhalle, ist das nach unsere Ansicht ein erster Schritt für die weitere Zukunft.
Bei der Stadtratfraktion den Grünen sind auf jeden Fall alle Türen geöffnet um eine gemeinsame Lösung für die Stadt Hersbruck und seinen Bürgern zu finden.
Mit freundlichen Grüßen
Holger Herrmann
Stadtrat der Grünen
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